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Syngenta

 

  • Hauptsitz: Basel
  • Branche: Agrochemie und Saatgut
  • Umsatz/ Ebitda (2010): 11.6 Mrd. US-Dollar / 2.5 Mrd. US-Dollar
  • In Besitz von: Shareholder
  • Mitarbeitende (2010): 26‘179
  • CEO: Michael Mack

Im Wissen, dass Paraquat in vielen Entwicklungsländern nicht sachgerecht verwendet werden kann, forciert Syngenta den Verkauf des umstrittenen Pestizids auch in diesen Ländern. Der Schweizer Konzern macht sich damit mitschuldig an Tausenden von Vergiftungs- und Todesfällen pro Jahr. Paraquat – in der Schweiz seit 1989 wegen seiner hohen Toxizität verboten – gilt als das tödlichste Pestizid weltweit.


Vergiftung von Landarbeiterinnen und Bauern

Die Zahl der Vergiftungen mit Pestiziden wird weltweit auf über 1 Million pro Jahr geschätzt. Zehntausende davon enden tödlich. Ein wesentlicher Teil dieser Vergiftungen ist auf die Anwendung von Paraquat zurückzuführen, einem Pestizid, das in vielen Ländern am meisten Opfer fordert. . In Europa und der Schweiz ist das Produkt seit Jahren verboten.

Arbeiter und Arbeiterinnen auf Plantagen klagen über stechende Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Nasenbluten, eingeschränkte Sehfähigkeit, Kurzatmigkeit, Hautverletzungen und Durchfall. Die Aufnahme von Paraquat, sei dies oral oder über die Haut, führt immer wieder zu Todesfällen. Es ist ein langsamer und qualvoller Tod. Langzeitschäden betreffen in erster Linie die Lunge. Viele Studien haben in den letzten Jahren auch auf eine Verbindung von Paraquat mit der Parkinson‘schen-Krankheit hingewiesen.

Ursachen für die vielen Opfer unter den Landarbeitern sind das weitgehende Fehlen einer angemessenen Schutzkleidung sowie schadhafte Sprühgeräte. In vielen Fällen fehlt den Bauern das Geld, um die notwendige Schutzkleidung zu kaufen. An anderen Orten wird das Tragen der Schutzkleidung durch das tropische Klima erschwert.

In den USA darf Paraquat nur von zertifizierten Nutzern angemischt und verwendet werden, die Schutzbrille, Sicherheitshandschuhe und eine Atemschutzmaske mit bestimmten Filtern tragen – Sicherheitsstandards, die in Entwicklungsländern eine Illusion sind. Eine Umfrage von Syngenta zeigt, dass in Ländern wie Bangladesch oder den Philippinen weniger als 10 Prozent der Pestizidanwender den Mindeststandard – lange Hosen, Schuhe und langärmelige Oberbekleidung – tragen.

Ein im Dezember 2011 publiziertes juristisches Gutachten zeigt auf, in welcher Weise der Verkauf von Paraquat im Widerspruch zu elementaren Menschrechten steht. Und – etwas spezifischer – ob der Marktleader Syngenta beim Verkauf von Paraquat seine Pflicht,, die Menschrechte zu respektieren,, wahrnimmt oder eben nicht. Als Gradmesser für das Gutachten dienten die Leitprinzipien zu Unternehmen und Menschenrechten, die der UN-Menschenrechtsrat im Juni 2011 verabschiede hatte. Das Verdikt ist klar. Mit dem Verkauf von Paraquat – insbesondere in Entwicklungsländern – verletzt Syngenta ihre Pflicht Menschenrechte, zu respektieren. Die selbst von Unternehmen befürworteten Leitprinzipien werden nicht eingehalten. Wird das Recht auf Gesundheit durch die Aktivitäten eines Konzerns verletzt, so muss dieser handeln. Und genau hier versagt Syngenta. Denn der Schweizer Konzern nimmt seine Sorgfaltspflicht nicht gebührend war, noch leistet er Wiedergutmachung an die Opfer seines Pestizids Paraquat.


Aktueller Stand

Syngenta verkauft Paraquat noch immer in rund 100 Länder. Auf Kritik reagiert der Konzern seit Jahren mit den immer gleichen Antworten: Bei korrekter Anwendung sei das Produkt ungefährlich und mit Schulungsprogrammen seien bereits Millionen von Anwenderinnen geschult worden. Dabei blendet Syngenta die Tatsache aus, dass eine korrekte Anwendung von Paraquat und die Einhaltung der notwendigen Sicherheitsstandards in den meisten Ländern für viele Menschen eine Illusion ist – und dies auch durch die Schulungsprogramme nicht verändert werden kann.
Doch zum Glück handeln andere: Labels von Fairtrade-Organisationen, Rainforest Alliance, UTZ, Forest Stewardship Council oder der Common Code for the Coffee Community, sowie global tätige Lebensmittelkonzerne wie Dole, Chiquita und Lipton haben die Anwendung von Paraquat verboten. Aufgrund der vielen Vergiftungen im Land hat Burkina Faso den Antrag eingereicht, Paraquat in den Annex der Rotterdam-Konvention aufzunehmen. Immer mehr Staaten verbieten die Anwendung von Paraquat.


Weitere Informationen:

 

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